Ein echtes Juwel für Radler

Dem „magischen Dreieck“ fehlen noch genau vier Kilometer, dann ist es komplett. Dann lässt es sich im Gebiet von Ahr, Rhein und Erft radeln, bis die Pedale glühen.

BLANKENHEIM. Besonders die Gemeinde Blankenheim setzt seit zwei Jahren ganz gezielt auf den Radtourismus. Für die im südlichsten Teil Nordrhein-Westfalens angesiedelte Region ist der Tourismus ein Hauptwirtschaftszweig.

Sowohl Blankenheims Bürgermeister Rolf Hartmann als auch Pressesprecher Erich Schell sind laufend darauf bedacht, diesen für die Region so wichtigen Zweig trotz leerer Gemeindekassen zu fördern. Um den Radfahrern auf die Sprünge zu helfen und diese nach Blankenheim, dem Quellort der Ahr, zu locken, wurde das Gebiet rechts und links der Ahr für Pedalritter - große und kleine - in einem der wohl schönsten Täler Deutschlands inzwischen voll erschlossen.

In der Gemeinde Blankenheim selbst stellten sich inzwischen gut 30 Betriebe auf ein „Radfahrer freundliches Klima“ ein. Hotels, Gaststätten, Werkstätten und Geschäfte halten Spezielles für die Zweiradtouristen in ihrem Angebot vor.

Vor rund fünf Jahren begannen die ersten konkreten Planungen und vor zwei Jahren war er fertig: der Ahrtal-Radweg. Dieser Radweg verläuft entlang der Ahr auf einer alten Bahntrasse. Dieser „Haupt(rad)schlagader“ wurden mehrere Thementouren in und um Blankenheim zur Seite gestellt, so dass inzwischen die komplette Ahr von der Quelle bis zur Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz erschlossen ist, wie Rolf Hartmann, Erich Schell und Franz Unterstetter, der Tiefbau-Chef des Kreises, stolz betonen.

Auf rheinland-pfälzischem Gebiet geht es dann weiter an der Ahr entlang bis hin zum Rhein nach Sinzig, und auch diese Strecke ist - fast - ganz erschlossen, bis auf eben die besagten „vier Kilometer“, die dem magischen Dreieck noch fehlen.

Von der Ahrquelle über die Landesgrenze hinweg ist der Weg für Radfahrer rund 30 Kilometer lang lückenlos ausgebaut bis Dümpelfeld. Am „Laufenbacher Hof“ muss der Radfahrer allerdings eine Strecke von vier Kilometern auf einer zwar relativ unbefahrenen, aber „normalen“ Straße zurücklegen, wie Franz Unterstetter erläuterte.

Von da an geht es wieder auf der Radspezialroute weiter bis zum Rhein, und wer möchte, kann den Rheintalradweg dann entlang fahren bis zur Erft, an der es ebenfalls lückenlos für Radfahrer weitergeht. Unterstetter: „Vor fünf Jahren hieß es noch, dass man im Südkreis von Euskirchen kein Fahrrad fahren könne. Die Tälerroute hat gezeigt, dass es funktioniert. Man kann hier im Mittelgebirge sogar sehr gut Rad fahren. Und nicht nur im Norden im platten Land. Die Täler eignen sich ausgezeichnet, bieten so gut wie keine Steigung und sind zudem noch einmalig schön. Der Radfahrer erhält Einblicke in eine urige, geschützte Landschaft, die dem Autofahrer verborgen bleiben.“

Unterstetter versichert, dass jeder Radfahrer mühelos von Monschau nach Köln fahren könne aufgrund des inzwischen hervorragend ausgebauten Radwegenetzes. Auch in Richtung Losheimer Graben, einem knapp 700 Meter hoch gelegenen Gebiet, seien keine Schwierigkeiten zu befürchten.

Ernst Lüttgau, Betreiber des Eifel-Camps am Freilinger See und Sponsor des diesjährigen Radaktionstags am 11. Juni, berichtet allerdings auch, dass auch Radfahrer gern in die Eifel kommen, die etwas anspruchsvollere Voraussetzungen suchen und auch diese hier im Mittelgebirgsraum finden.



(Kölnische Rundschau, 14.05.06)