Demnächst wird der See gestürmt

"Indianer" in Freilingen - Ernst Lüttgau hat schon weitere Ideen

"Howgh - Ich habe gesprochen!" So schallte es häufig über die "Indianerwiese" des "Eifel-Camps" in Freilingen. Dort, auf dem Campingplatz von Ernst Lüttgau, tummelten sich 85 "große" und "kleine" Indianer im Alter von acht bis 60 Jahren, um zwei vier bis sechs Meter hohe Tipis feierlich zu enthüllen, die zuvor in mühevoller Arbeit geschaffen wurden. Anfang August hatten die Kinder und Jugendlichen, meist Urlauber des Campingplatzes, unter der Leitung von Eifel-Camp-Scout Thomas Hilbig abgestorbene Fichtenstämme gesammelt. Anschließend wurden diese geschält und "geglättet", damit, wie Hilbig erklärte, das Zelt später nicht beschädigt wird. Dessen Außenhaut besteht aus festem Leinenstoff. Mit Handabdrücken wurden die zwei Tipis bunt bemalt und mit indianischen Mustern und Verzierungen versehen.

Christoph Vogelsberg aus Ahrhütte brachte sein eigenes Tipi mit. Er bezeichnete sich als "Hobbyindianer" und erklärte, im detailgetreuen Gewand eines Indianers, den Kindern die Lebensweise der amerikanischen Ureinwohner. Die Freilinger Neu-Indianer wurden auch mit vielen Zielspielen auf die "Jagd" vorbereitet. So hatten Thomas Hilbig und ein paar weitere Helfer einen kleinen Spieleparcours aufgebaut, wo die Kinder etwa Hufeisen werfen konnten, Bogenschießen ausprobieren und bei einem indianischen Lederbeutelwurfspiel mitmachen konnten. Nach jeder Station gab es nicht etwa Punkte, sondern Perlen zu gewinnen, mit denen die Kinder abschließend ihre eigene Kette basteln konnten. Auch den Lederbeutel, in dem die Perlen gesammelt wurden, hatten die Kinder zuvor eigenhändig gebastelt.

Stündlich konnten sie spannenden Indianergeschichten lauschen, sich mit Stockbrot und Fleisch vom Grill stärken und ihren Tastsinn bei einem weiteren Indianerspiel schulen. Über dem kleinen "Indianerdorf" thronte ein rund zehn Meter hoher Totem, den die Kinder im August vergangenen Jahres nach indianischem Vorbild hergestellt hatten.

Ernst Lüttgau, der Betreiber des Campingplatzes, hat auch schon ein weiteres Aktivprogramm zur Ferienzeit im nächsten Jahr im Hinterkopf: "Vielleicht bauen wir dann ein indianisches Floß, damit wir den See stürmen können."


Das Indianergebrüll klappt bei dem zehnjährigen Julius Vendel schon gut. Auch er hatte beim Indianerfest im Eifel-Camp am Freilinger See eine Menge Spaß. (Foto: Küpper)

(Kölnische Rundschau, 18.08.10)