Freilinger See: Zum „echten” Zelten ins Natur-Paradies...

Jeder Autofahrer, der gelegentlich mal zur A1 Richtung Köln eilt, kennt sie: die vertrackte Straßen-Kamera, hinter der Kreuzung bei Ahütte. Möglicherweise eingerichtet, um den zum Nürburgring jagenden Fans einen Euro-Dämpfer zu verpassen, steht sie immer auf der Wacht – Tag und Nacht. Ein schlankes Schreckensmonument im Straßenverkehr. Für viele Zeitgenossen ein Angstzeichen.

Für manche aber auch ein Orientierungspunkt: die Einfahrt zum Naturparadies Freilingen. Ein Schild am Straßenrand verrät: Da gehts zum Freilinger See.
Geben Sie zu, Sie haben es auch immer gesehen, als Sie langsamer fuhren, aber abgebogen sind Sie nie. Ihr Fehler! Doch das wird sich ab jetzt ändern. Wir geben Ihnen heute einen wahrlich goldenen Ausflugstipp.

Ausfahrt Freilingen

Jedesmal wird Gaby Schaffrath, wenn sie aus dem Wagen heraus die Kamera an der Straße erblickt, fröhlich. Sie weiß: „Gleich sind wir da.“
Wortlos lächelnd biegt Gatte Helmut ab, nach Freilingen. Auch ihre Kinder, Stephan und Jessica, fühlen, die Fahrt ist gleich vorüber. Ihr Wochenend-Mobilheim, ein Haus mit Rädern, erwartet sie im dortigen Eifel-Camp. Die Bergheimer Familie kommt fast jedes Wochenende in ihr Natur-Reservat.
Zunächst erreicht man das typische Eifeldorf Freilingen, mit ursprünglichen Bauern- und bunten Einfamilienhäusern. Die Straße windet sich höher zu den Hängen des Weiler-bachtals. Vom einem begrünten Damm erblickt man auf der rechten Seite einen wunderhübschen See. Ein Blick zur linken Seite zeigt einen ausgedehnten Camping-Park mit viel Grün. Wie sollte es auch anders sein: Gerade im Sommer lädt der See zum Baden ein. Natürlich nur die, die wissen, wo er ist.

Das Natur Reservat

Ursprünglich im Jahre 1976 als Rückhaltebecken für den Weilerbach angelegt, wurde der langgestreckte See (420 Meter, bis zu 20 Meter tief) vom Eifel-Fan Ernst Lüttgau 1982 entdeckt. Bei seinen Wanderungen, ständig auf der Suche nach landschaftlichen Schönheiten Eifeler Prägung, war der Kölner von der Landschaft um den See herum fasziniert.
Sanfte Hügel, Wiesen, Buschhecken, Waldstücke und der See ließen ihn träumen.
Der geschäftstüchtige Planer sah einen Freizeitpark entstehen für Zelter und Campingfreunde. Diese Idee ließ ihn nicht los. Alsbald fand er in der Blankenheimer Baugesellschaft einen interessierten und solventen Bundesgenossen. 1982 entstand im Naturparadies bei Freilingen das „Eifel-Camp“ – mit großzügig angelegten Terrassenplätzen und üppiger Bepflanzung. Für NRW-ler ein nahes Ausflugs- und Erholungsgebiet auf hohem Niveau. „Bei uns bezieht sich die Bezeichnung „5-Sterne-Niveau“ nicht auf die Preisgestaltung im Camp, sondern auf das verschwenderische Naturangebot und die reichhaltigen Freizeitmöglichkeiten“, auf diese Bedeutung legt Lüttgau gesteigerten Wert.

Geheimtipp für Zeltfreaks

Besonders interessant ist das Areal ‘Eifel-Camp‘ auch für Wochenendzelter, die wirklich noch mal so zelten wollen, „wie es früher mal war“.
Richtig auf der Wiese, hart am Waldrand, direkt am Bach, kein eingezäunter Platz mit Fahrwegen, sondern pure und urige Natur. Ein Nachteil, findet der ADAC und nimmt deshalb die Wald- und die Bachwiese des Eifel-Camps, wie Geschäftsführer Ernst Lüttgau mitteilt, nicht in seinen Zeltplatzführer auf. Einen Zaun will Lüttgau nicht errichten. Ein Vorteil für individuelle Zelt-Freaks, jung oder alt. Ein Geheimtipp also?
Der Freilinger See ist in den Randgebieten zu NRW längst kein Geheimtipp mehr. Viele Autonummern sieht man auf dem Campingplatz – aus D, K, ME, BM und aus LEV.
Die Freizeit-Scouts vom Nachbarland haben schon entdeckt, was die Eifeler Ureinwohner vielfach gar nicht zu schätzen wissen. Als Ausflugstipp für orange 7 Leser auf jeden Fall ein wirklich lohnender Besuch.
Außerdem gehören zum Camp natürlich auch gepflegte Sanitäranlagen, ein Restaurant und einen Kiosk. Des weiteren stehen Freizeit- und Jugendräume des bestens ausgestatteten Campingplatzes den Gästen zur Verfügung.
Und dann das Freizeit-Angebot – neben Wandern und Schwimmen.

Die Jugendlichen Jessica und Stephan aus Bergheim haben am Wochenende keine Langeweile.
Jessica, die 13-jährige Schülerin aus Bergheim verkündet überzeugt: „Wir finden hier alles was wir brauchen.“
In 20 Jahren Eifel-Camp-Betriebsamkeit hat sich bereits ein vielfältiges Angebot entwickelt, nachgefragt von Gästen und Besuchern.
Schon allein die Sportmöglichkeiten, die in unmittelbarer Nähe verfügbar sind, verblüffen den Freizeit-Sportler: Angeln, Surfen, Tauchen, Reiten, Tennis, Skaten, Rad- und Mountainbike-Fahren, Volleyball, Fußball, Kartfahren, Klettern, Segelfliegen, Golfspielen…

In jeder Saison gibt es einen reichhaltigen Veranstaltungskalender im Netz: www.eifel-camp.de

(orange7, August/September 2005)