Zwei Meter lang und voll ausgestattet

100 Mitglieder des Camping-Oldie-Clubs präsentieren derzeit ihre alten Gespanne auf einer Wiese des Eifel-Camps bei Freilingen. Am Samstag können Interessenten die Schätzchen von innen und außen in Augenschein nehmen.

Blankenheim-Freilingen - Das Ganze ist irgendwie filmreif. Auf einer Wiese des Eifel-Camps bei Freilingen sindgut 100 Mitglieder des Camping-Oldie-Clubs (COC) mit ihren Gespannen aufgefahren. Ihr Treffen, das noch bis Sonntag dauert, steht unter dem Motto „Camping wie vor 30 bis 40 Jahren“.

Am Samstag, 9. Juni, wird im Rahmen einer „Offenen Wohnwagentür“ jedem Interessierten die Möglichkeit geboten, die vielen schönen und vor allem alten Schätzchen von innen und außen zu bestaunen. Nicht nur die Zugfahrzeuge haben Jahrzehnte auf dem Buckel, auch die Campingwagen stammen aus einer anderen Zeit. Und so wähnt man sich auch in vergangenen Zeiten, wenn man über den Platz flaniert.

Ernst Lüttgau, Betreiber des Eifel-Camps, hatte den COC in Düsseldorf auf einer Messe kennengelernt. Der Kontakt war schnell geknüpft, und zum ersten Mal peilten die Oldie-Freunde nun den Campingplatz in der Eifel an.


Ein amerikanischer Buick, der 1956 gebaut wurde und damals in Cremeweiß vom Band lief, ist derzeit nur einer der Blickfänge im Eifel-Camp. (Bild: Klinkhammer)

Martin Zabel, Sprecher des COC und Hauptinitiator des Treffens, erzählte: „Unsere Gruppe wurde 1988 als Interessengemeinschaft gegründet und 1994 in das Vereinsregister eingetragen.“ Zurzeit gehören dem COC rund 400 Mitgliederfamilien aus Deutschland und den Nachbarländern an. Ziel des Vereins ist es, gegenseitige Hilfe bei der Erhaltung, Pflege und Restaurierung der historischen Campingfahrzeuge sowie bei deren Nutzung zu leisten und die Gesellschaft miteinander zu pflegen.

Ein Buick in Gelborange

Auf dem Campingplatz in Freilingen fällt gleich ein amerikanischer Buick, Baujahr 1956, ins Auge. Gelborange leuchtet der Lack. Thomas Hansen aus Mönchengladbach, Besitzer des auffälligen Gefährts, kaufte den Buick vor 22 Jahren in Los Angeles. In Cremeweiß war der Prunkwagen einst vom Band gerollt, zwischenzeitlich lackierte Hansen den Wagen um. „Er hat nun genau die Farbe, die er einmal in einer Werbung trug“, so der Oldtimer-Fan.

In einer Art Gugelhupf macht es sich Heike Lekschas aus Schweinfurt gemütlich. Ihr Wohnwagen, ein „Weferlinger Heimstolz“ Baujahr 1976, ist exakt zwei Meter lang und 250 Kilogramm schwer. Vor zwei Jahren erwarb sie den XXS-Campingwagen. Nun spart sie auf einen kleinen Fiat, der das gemütliche Anhängerchen irgendwann einmal ziehen soll.

(Kölner Stadt-Anzeiger, 08.06.12)